Easyboot Backcountry auf dem Distanzritt in Alt Jabel

Am 17.3.2012 bestritt ich den ersten Distanzritt der Saison über 65km und zum ersten Mal hatte ich als Hufschutz Hufschuhe. Sonst war mein Pferd immer mit Duplos beschlagen, doch das Training mit den Renegades vorne und Gloves hinten gestaltete sich so angenehm und die Hufe sahen so gut aus, dass ich die Barhufzeit gerne noch verlängern wollte. Meine Lieblingschuhe, die Easyboot Gloves - wunderbar minimalistisch, keine Schnallen, kein „Gedöns“ - ließen mich in schwierigen Situationen schon mal im Stich. Z. B angaloppieren am Berg oder schnelles durchparieren aus dem Galopp, ließen die Gloves schon mal regelrecht am Weg stehen bleiben. Da ich sonst vom Laufverhalten mit dieser Kombination sehr angetan war, fing ich an zu tüfteln: unter dem Glove den Huf tapen, manchmal hab ich sogar etwas Sekundenkleber zwischen Glove und Tape laufen lassen, um die Schale in extremen Situationen am Huf zu halten. Im Training ist dieser Aufwand auch okay für mich, im Wettkampf will ich stressfrei und mit möglichst wenig Aufwand starten. Aber natürlich will ich auch keinesfalls einen Schuh verlieren! Nichts ist nerviger, als einem aufgeregten Pferd einen Schuh anziehen zu wollen, und garantiert wird man in so einer Situation von einer Gruppe im Galopp überholt – das wünscht sich niemand!

So entschloß ich mit mutig zu dem Experiment mit einem neuen Schuh, dem Easyboot Backcountry. Er hat die Schale vom Glove und die Gamasche vom Easyboot Trail und die Werbung versprach eine bessere Haltbarkeit. Am 14.3. bekam ich ihn, am 15.3. konnte ich eine kleine Runde von 8km damit reiten und am 17.3. startete ich im Wettkampf. Riskantes Unternehmen, denn „kampferprobt“ war er natürlich nicht.

Die Strecke war flach und überwiegen Sand- und Waldwege, so dass ich angaloppieren am Berg nicht testen konnte. Die Schuhe waren 6 ½ Stunden am Pferd, davon 5 Stunden reine Reitzeit, Durchschnittsgeschwindigkeit 13,3 km/h, schnellster Galopp 27km/h. Es gab keine Schlammlöcher und keine sumpfigen Wiesen, was ja auch ein bekannter Schuhkiller ist. In der 2. Pause bei Kilometer 30 stellte ich fest, dass beim Backcountry eine Schraube vorne fehlte. Eine Schwachstelle der Gloves und meine eigene Schuld, ich hatte die Schrauben vor dem Ritt nicht nachgezogen. Da ich kein Werkzeug und keine Ersatzschrauben dabei hatte, musste es mit 4 Schrauben weitergehen und das tat es auch. Es blieb alles dran! In dieser Pause habe ich auch zum ersten Mal die Ballen vorne mit den Renegades kontrolliert – alles hübsch! Dann hinten die Fessel und die Ballen mit dem Backcountry inspiziert. Etwas Sorge, dass sich Scheuerstellen durch diese relativ große Gamasche, die ja über den Kronrand reicht, bilden hatte ich schon – doch auch da, keinerlei Spuren! Und so blieb es dann die gesamten 65km. Es haben alle Schuhe gehalten, nichts hat gescheuert. Beim Ausziehen fand ich etwas Sand in der Schale, der aber nicht weiter gestört hat.

 

 Mein Fazit: auf dieser einfachen Strecke ohne nennenswerte Schwierigkeiten - kein Problem für beide Modelle. Wenn die Ballen weiterhin mit Schuhen abgehärtet werden, sind sicherlich auch Strecken von 80km zu bewältigen. Wie es auf schwereren Strecken z.B. in bergigen Gebieten oder nach längeren Regenfällen aussieht kann ich nicht beurteilen.

Auch ist die Empfindlichkeit der Pferde sehr unterschiedlich.

Insofern ist dieser Testbericht ein sehr persönlicher und leider nicht allgemein gültig. Bei einem anderen Pferd und anderen Reitbedingungen kann ein völlig anderes Ergebnis herauskommen.

In den nächsten Wochen werde ich etwas intensiver im Harz trainieren und dann wieder berichten, wie sich der Backcountry am Berg verhält.

 5 Tage im Harz mit dem Backcountry

Unfreiwillig habe ich den Glove und den Backcountry gleichzeitig getestet, weil ich einen Backcountry zu Haues vergessen habe. Dieser Umstand stellte sich im nachhinein als sehr aufschlußreich heraus.

So starteten wir also: vorne Renegades, hinten Glove und Backcountry

Wir hatten das typische Mittelgebirgsgeläuf, also schottrige Wege, aber auch schlammige Waldwege mit unterschiedlichen Steigungen und waren täglich zwischen 3 und 7 Stunden unterwegs in allen Gangarten.

Fazit: der Glove verabschiedete sich beim Angaloppieren am Berg, der BC hat gehalten. Auch bei einer Rutschpartie hangabwärts hielt der BC bombenfest.

Ich betone nochmals, dass dies keine allgemeingültige Bewertung ist! Meine Mitreiterin hatte 4 x Gloves an den Hufen und hat in den gleichen Situationen keinen einzigen Schuh verloren.